Senioren unterwegs

"Wasser ist zum Waschen da ..."
Die Senioren bei der Bodensee-Wasserversorgung.

War es die Erinnerung an einen Song aus der Jugendzeit ("Wasser ist zum Waschen da, falleri und fallera; auch zum Zähneputzen kann man es benutzen...") oder das Bedürfnis nach Informationen über dieses elementarste aller Lebens-mittel, oder einfach die Aussicht, dass man sich diesmal nur "ums Dorf num" bewegen müsse - jedenfalls fanden sich am 7. Februar 2007 zu diesem Thema überraschend viele Interessenten/innen ein: zuverlässige Quellen sprechen von ca. 45!

Ort des Geschehens, erster Teil: die Hauptverwaltung des Zweckverbandes Bodensee-Wasserversorgung - so der offizielle Titel in voller Länge. Wir wurden freundlich empfangen und durften zuerst einmal eine Multi-Media-Schau genießen, die uns mit bunten Bildern, vielen Zahlen/ Karten/ Tabellen und schönen Klängen mit den wichtigsten Fakten vertraut machte. Und die sind schon eindrucksvoll: die Bodensee-Wasserversorgung (BWV), gegründet 1954, versorgt heute vier Millionen Menschen, vom Bodensee bis in den Baden-Württembergischen Norden, das Taubertal; Rohrnetz ca. 1700 km; 29 Wasserbehälter, der größte davon bei uns in Rohr (davon später mehr). Das Wasser wird bei Sipplingen (Nähe Überlingen) aus dem Bodensee entnommen, dort ‚auf den Berg' gepumpt und fließt dann mit eigener Kraft (!) bis zu uns. Das ermöglicht vor allem der "Albstollen" - 24 km lang, eine technische Spitzenleistung. In der Schaltzentrale mit den vielen Anzeigetafeln und Computer-Monitoren erläuterte man uns dann die einzelnen Phasen, die Steuerungsmöglichkeiten und das Verfahren bei Störungen. Diese Zentrale ist natürlich rund um die Uhr besetzt, jeden Tag, und das System ist offensichtlich zuverlässig: bei der S-Bahn gibt es immer wieder Pannen, auf der Fernbahn haben wir uns schon lange an Verspätungen usw. gewöhnt - aber das Wasser ist noch nie weggeblieben.

Allerdings genießt nicht das ganze Stuttgarter Stadtgebiet das gute, da weitgehend kalkfreie Bodenseewasser: die Stadtteile im Norden und Osten erhalten "Landeswasser" aus anderen Quellen. Schock für eine Teilnehmerin, als sie erfahren musste, dass in ihrer Behausung nicht das ‚gute' Wasser fließt. Tja, liebe Grazia, da hilft nur eines: Umziehen! Wir würden Dich ja gern mehr in unserer Nähe haben. Man muss nur den Leitvers der Fußballfans im Sommer ein bisschen abändern: "Vaihingen ist viel schöner als Wangen".

Danach ein Spaziergang über die uns allen wohl vertraute Panzerstraße zum "Hochbehälter Rohr". Auch dort eine fachkundige Führung durch das Gebäude: meterdicke Rohre, Pumpendröhnen, Schalttafeln - und dann vor allem der riesige, von Säulen gestützte Wasserbehälter - eine blau schimmernde, unter-irdische Kathedrale für das kostbare Nass. Zuvor: "Bitte Plastikhüllen über die Schuhe streifen, bitte nicht ins Wasser spucken, bitte nichts hineinfallen lassen ..." Und welche Dimensionen! Fassungsvermögen 100.000 Kubikmeter. Zum Vergleich: das wäre ein quadratisches Becken mit einer Seitenlänge von 100 Metern und 10 Meter hoch. Oder- vermutlich: das Daimlerstadion randvoll mit Wasser. Das dürfte eine Zeit lang für's Zähneputzen reichen ...
Wir dankten den Mitarbeitern der BWV für die umfassenden Informationen und ihre täglichen Bemühungen um dieses Lebenselement.

Dann waren es nur ein paar Schritte bis zur Gaststätte "Wildwechsel" (Rohrer Höhe 34), wo wir diesen Nachmittag bei Speis und Trank ausklingen lassen konnten. Und vielleicht ging es auf dem Heimweg noch Manchem durch den Kopf:

"Wasser ist zum Waschen da ...
und an manchen Füßen würde man's begrüßen.
Wasser braucht das liebe Vieh, fallera und falleri,
und selbst die Feuerwehr benötigt Wasser sehr.
In der Leitung wüchse Moos, die Badefrau wär' arbeitslos,
selbst Hawaii, die Südseeinsel, wär' ein öder Palmenpinsel ...".

Bernhard Völker

 

Hier noch ein paar Bilder von der Besichtigung