Wanderwoche 2003 vom 12. bis 19. Mai
Zu den Schluchten des Tarn in Südwest Frankreich ( mit Fa. Heideker )
Zu einem exklusiven Ziel führte die Wanderwoche 2003. Jedenfalls erlebten 36 Teilnehmer
durchaus Karl May Gefühle, durchs wilde Tarnistan. Vorausgegangen war am 31. Januar 03 ein Infoabend in der Hütte. Spätestens da war klar, die Reise zum Tarn wird etwas Besonderes. Mit Heidekerbus, am Steuer Herr Kopp, ging's am 12. Mai in Vaihingen los. Eine kurzweilige, mit vielen Überraschungen gespickte Fahrt brachte uns in 2 Tagen nach Südfrankreich. Beim Aussichtspunkt "Point Sublime" waren zum ersten mal die Wanderschuhe und Stöcke gefragt. Einmalige Felsengebilde und Blumenpracht überraschte uns. Der steile Abstieg brachte alle ins schwitzen aber auch ins schwärmen.
Das Quartier für 5 Tage in Le Rozier am Tarn, recht komfortabel. Der Calvados sehr gut, kein Wunder, er war ja auch nicht billig. Eine gute Übersicht vermittelte die Busfahrt durchs Jonte Tal zum atemberaubenden Aussichtspunkt St. Chely. Die Kapelle der St. Enimie, an steilem Fels, wurde vor der Mittagspause erwandert. Dann eine interessante 4-stündige Wanderung am Nachmittag. Ab La Malene durchfuhren wir mit Boot und Bootsführer den engsten und schönsten Teil der Schlucht, in einmaliges Erlebnis. Die Gebirgswanderung am nächsten Tag, ein Superlativ. Steile Felsen, phantastische Ausblicke in zwei Täler von Jonte und Tarn. Und über dem ganzen kreisten die dort frei lebenden Geier. Ein Klettersteig für mutige zum Capluc. Abschluss war heute, bei bester Stimmung, in Perreleau im Biergarten. Land und Leute lernten wir in Millau beim dortigen Krämer - Markt kennen.
Die 3-stündige Wanderung am Nachmittag, ein Erlebnis besonderer Art. Ursula Zoll landete unfreiwillig in Biber City. Hier leben und arbeiten tatsächlich Biber in freier Natur. Ihr Treiben bestaunten wir auf der ganzen Tour.
Am 5. Tag war Kultur angesagt. Zuerst ganz profan die Baustelle bei Millau. Hier entsteht die höchste Autobahnbrücke der Welt, verkündete das Besucher Zentrum. Die Stadt Albi war unser Hauptziel heute. Von Renaissance und Mittelalter ist die Stadt mit Backsteinarchitektur geprägt. Ganz außergewöhnlich die Kathedrale und das Museum mit Bildern von Toulouse Lautrec. Zum
Schluss noch ein Abstecher zum Ursprungsort des weltbekannten Käses.
Beim Besuch der Societe lernen wir: Roquefort kommt nur aus Roquefort.
Ein Hirtenjunge soll hier vor 400 Jahren in einer der vielen Grotten sein Brot mit Schafskäse vergessen haben. Als er ein paar Wochen später wieder am selben Ort war, fand er sein Brot mit grün - blauem Schimmel überzogen. Er hatte wohl Hunger und probierte trotzdem davon, und siehe da: es schmeckte ihm. Das war der Anfang des berühmten Käses. 800.000 Schafe liefern heute die Milch für den weltbekannten Käse. Die dortige Landschaft bietet viele Naturgrotten und Schluchten, in denen der Käse 4 Monate reift. So sammelten alle Teilnehmer nahe der Cevennen im Tarntal bleibende Natur- und kulturelle Eindrücke. Die Heimfahrt erfolgte wie die Anfahrt mit Zwischenübernachtung in Lyon.
Eine außergewöhnliche Reise in stets bester Stimmung, da war man sich einig, war zu Ende. Herr Kopp, unser Bus- und Wanderführer, hatte uns wieder gut und sicher geführt. Den ehrlichen Applaus dafür bekam er im Bus kurz vor Vaihingen.
(Ernst Mezger)