
Gemütlich lehnen wir an derdicken Holzwand der Hütte, die lahmen Beine ausgestreckt - vor uns eine heiße,sahneaufgehäufte Schokolade mit Schuss. Die Blicke gerichtet aufdie herrliche Wildkogel-Bergwelt rund um die Hütte unter einem makellos blauenHimmel. Die Schi-Vereinler genießen abends „ihre" Alm.
Eigentlich hatte ich immergedacht, Après-Ski wäre nichts für uns. Weit gefehlt! Jeden Abend dieser vomWettergott begünstigten Skiwoche genossen wir dieses Ritual bis zumSonnenuntergang.
Waren die wärmenden Strahlenverschwunden, begab man sich an den gemütlichen, in leichten Rosatönen neugestrichenen Kachelofen in Sepps Stube. Die 63 Angereisten, viele schon zumx-Mal dabei, saßen noch auf ein Schwätzchen beim ersten Weizenbier, begabensich zum Ausruhen auf die Zimmer oder trafen sich gleich anschließend in derumgebauten, geräumigen und makellos funktionierenden Sauna. Für uns Neulingeentpuppte sich die Enge und Schwüle der Sauna als optimalesKommunikationszentrum. Hier wurden alte und neue Schi-Vereinsgeschichtenausgegraben und neu erfunden. Der abendliche Dreikampf Sonnen, Sauna und Sausewar bei Jung und Alt gleich beliebt.
Aber da war doch nochwas? Ja klar, SKIFAHRN!
Bis zum Skifahren gab eszunächst einige unüberwindbare Hindernisse aus dem Weg zu räumen.Abfahrtszeiten zwischen 2 Uhr und 8 Uhr morgens wurden debattiert. DieSchneeberge vor der Stuttgarter Haustür, zusammen mit den Wetterberichten fürden Abfahrtstag, ließen nichts Gutes erwarten. Aber alle kamen am Samstag überden Tag verteilt nach Schneetreiben und über die verschiedensten Anfahrtsroutenwohlbehalten an. Wolfgang und Teresa, die sich in diesem Jahr zwangsläufig vollals „Mutter Teresa" engagierte, erklärten das Procedere: der große Gepäckbergin die Gondeln nach oben, Posten an der Bergstation, dort ausladen. Gut nur,dass viele Erfahrene dabei waren, die alles im Blick hatten und beherztzupackten. Den weiteren Transport zur Hütte übernahm Sepp.
Wer ist Sepp? Als erstes(Hütten)-CHEF, Pistenbullifahrer, Anwärter auf den Bürgermeisterposten, Poetund Sänger (Vorsänger des neuenGeislhochalm-Songs), und Großgrundbesitzer .......
Stolz parkte er den vollbeladenenPistenbulli vor der Alm und flott hatte die Schi-Vereins-Menschenkette allesschnell in der Hütte verstaut.
Bei den gemeinsamenGepäck-Aktionen am ersten Tag lernte man alle kennen und spätestens beimAbendessen hatten wir das Gefühl, aufgenommen zu sein.
Temperaturen leicht unter demGefrierpunkt, Traumsonne und guter Schnee begleiteten uns die ganze Woche.Sicherlich hatten sich durch die Ausschreibung nur Engel angesprochen gefühlt.
Jeden Morgen waren diemeisten von uns gleich alle in mehr oder weniger großen Gruppen unterwegs, umdas Gebiet zu erkunden und die erste Stunde am Tag zu genießen, in der man dieersten Spuren in den frisch präparierten Schnee ziehen konnte. Die Hütte mittenim Skigebiet hat den enormen Vorteil, dass man morgens die Piste fast für sichhat. Strömt die Menge nach oben, kann man die Talabfahrt in voller Breite undnur für sich nutzen.
Uns Neue hat es auch gefreut, immer wiederjemanden aus der Gruppe am Lift oder auf der Piste zu treffen, und es ergabensich immer neue Konstellationen je nach Kondition und fahrerischem Können.
Wie in den letztenJahren auch, organisierte der Verein von Sonntag bis Mittwoch jeweilsvormittags und nachmittags einen Skilehrer. Sylvester, der bergerprobteHolländer, feilte an unserer Carver-, Boarder- oder Buckel-pistentechnik. Beider angesetzten Skitour konnte man den Rundumblick über das Wildkogelgebiet,die Kitzbühler Alpen bis zu den Hohen Tauern erleben und hatte mit derBesteigung des Wildkogel sogar noch ein Gipfelerlebnis.
Bestvoraussetzungen auch für diealljährliche Rodeltour. Vierzig junge und nicht mehr ganz so junge Rodlerfegten mit waghalsigen Überholmanövern und Crash-Versuchen die 15 km langeStrecke vom Pfeifferköpfl hinunter nach Bramberg. Ohne größere Blessurenkonnten auch die vom Weg abgedrängten drei Jugendlichen aus dem Tannenwald ausgebuddeltwerden. Ein Heidenspaß für alle Beteiligten!
Irritationen entstandenkurzfristig nur durch Sepps Doppelbelegung einiger Räume. Manche von unsmussten mit Sack und Pack umziehen. Dabei entpuppten sich unsere Jugendlichenals basisdemokratisch ausgebildete Bürger und Wolfgang und Teresa schafften es,nach einigen Diskussionen die Wogen zu glätten.

Die auf Rosenmontagvorgezogene Faschingsparty (wir wollten mit der Badmintongruppe aus Landshutfeiern) kam nur langsam ins Rollen. Anita lockte zum Fässerroll-Wettbewerb insFreie. Erst die entsprechende „Stimmungsmusi" wie HEY DAS GEHT AB lockerte dieAtmosphäre. Beim mitternächtlichen Schwof am Dienstag hatte Sepp dann seinengroßen Auftritt. Beim table-dance fungierte er als großer singender und gestikulierenderAnimateur und alle versuchten den koordinativ höchst anspruchsvollen VorführungenSepps zu folgen. Mit viel Spaß und Gelächter gab jeder sein Bestes. Souveränschob Karin ihn anschließend übers Parkett, auch hier überzeugte uns ihrFührungsstil. Unsere Jugendlichen faszinierten uns Älteren durch ihr perfektestänzerisches Können. Und auch die Hüttencrew gab ihr Bestes. Als kulinarischesHighlight präsentierte sich Sepp dieses Jahr als Chef de Cuisine am offenenKamin. Direkt vom Feuer reichte er Knoblauchkoteletts und der letzte Abend warwieder für Käs-Nockerln und Kaiserschmarrn reserviert. Geburtstagsbowle fürKarin und Wolfgang bereiteten unsere Jugendlichen, obwohl der Geburtstag nichtin die Geisl-Woche fiel. Ein schöner letzter Abend für eine rundum perfekteWoche.
Wir fühlten uns als „Neue" sehrwohl und unkompliziert aufgenommen. Die Stimmung auf der Hütte waraußerordentlich harmonisch - immerhin waren 29 Erwachsene, 34 Jugendliche undKinder auf engstem Raum zusammen – und uns beeindruckte die Atmosphäre zwischen den Jugendlichen untereinander undim Miteinander mit den Erwachsenen.
Teresa und Wolfgang hatten allestoll organisiert und immer alle Hände voll zu tun. Ein großes Lob und vielenDank euch beiden!
Wir kommen wieder: UrsulaStübenrath und Daniela Hettich mit Florian, Paul und Chrissi