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19 | 05 | 2012

Faschings-Skiausfahrt Geisl-Hochalm,  21. bis 27. Februar 2009

Tagebuch einer besonderen Skiwoche- von Sybille & Götz

Tag 1, Samstag
Der große Treck setzt sich aus Stuttgart und Umgebung in Bewegung. Allerdings nicht nur vom Schi-Verein. Dazu dichter Nebel, heftiger Schneefall, und die Anreise wird für uns eine sehr anstrengende Geschichte. Gegen Mittag sind so ziemlich alle in Neukir-chen an der Talstation angelangt - und unter fachkundiger, erfahrener Anleitung findet das zahlreiche Gepäck in den Gondeln seinen Weg nach oben.
Und dann kann es gleich mal losgehen - auf die Skier oder Boards und die Lage gepeilt.
Nicht übel! Dank ergiebiger Schneefälle während der Woche ist alles bestens, man schüttelt die Verspannungen der Fahrt schnell ab. Aber die Sicht. Als ganz Neue, die das Gebiet noch nicht kennen, folgen wir gerne aber auch nicht ohne Respekt den Orts-kundigen von Pistenstange zu Pistenstange. Zitat eines neunjährigen Neulings, als er an der Geisl-Hochalm ankommt (mit Unterton): " Das war die schlimmste Fahrt meines Le-bens!". Am späten Nachmittag kommt Sepp mit dem Gepäck im Pistenbulli - mit geübter ‚Hau-Ruck-Kette' ist das recht flott unter Dach & Fach, die Zimmer verteilt und bezogen, man findet sich zum ersten Weizen und Abendessen ein.
Tag 2, Sonntag
Bei nettem Wetter und nettem Schnee strömen alle in großen und kleinen Gruppen auf die Pisten, die ersten Skikurse finden statt und als Neuling staunt man, an jedem Lift wieder jemanden von der Gruppe zu treffen! Leider gibt es heute den ersten Verlet-zungsfall - es hat wohl ‚laut geknallt' (Zitat!) und das in der Kniegegend. Aber es scheint etwas zu sein, das der eine oder andere Glühwein zumindest symptomatisch behandeln kann. Vor dem Essen geht's noch ab in die Sauna! Für alle immer wieder ein Erlebnis - anscheinend sind die Löcher vom letzten Jahr gut gestopft worden??!!
Tag 3, Rosenmontag
Es hat geschneit...ca. 20cm und es hört eigentlich den ganzen Tag nicht auf. Die Sicht ist mäßig - aber wen stört das schon? Einige Unentwegte wagen sich hinaus - mit Be-gleitschutz von den Bergbahnleuten - die Lawinenwarnung ist eindeutig. Unter strengen Anweisungen von Mutter Teresa wird die Gruppe morgens entlassen, und man ist froh als alle wieder heil zurück sind - fast - ein Verletzter ist zu beklagen, aber wohl doch nur eine Bänderdehnung.
Die Sauna findet regen Zuspruch, am späten Nachmittag schlappen schwitzende, nur mit Handtuch bekleidete Gestalten durch die Gaststube hinaus - um sich draußen im reichlichen Neuschnee abzukühlen. Welch ein Anblick... An diesem Abend tritt eine seltsame Erscheinung auf, eine größere Runde entwickelt weiße Punkte im Gesicht, die sich begleitet von Gejohle bei manchen drastisch vermehren - es hängt wohl mit einem Würfelbecher und Bierdeckel zusammen???
Alle halten sich wacker z.T. auch tanzender Weise - mit gutem Grund: um Mitternacht wird nämlich auf Wolfgangs Geburtstag angestoßen.
Und: leise rieselt der Schnee. Besser gesagt es schneit wie am Spieß!
Tag 4, Faschingsdienstag
Was sich schon in der Nacht abzeichnete, erweist sich am Morgen als Fakt: es sind wei-tere 50cm Neuschnee gefallen. Mindestens die Hälfte der Gruppe steht so gegen 10 Uhr gestiefelt und gespornt da, als die Ausgangssperre verkündet wird. Es besteht akute Lawinengefahr, die Piste zur Hütte ist gesperrt, der Skibetrieb ist weitgehend erlegen.
Das Adrenalin schwappt aber gewaltig, man muss einfach nach draußen - freiwillig oder mit handfester ‚Nachhilfe', eine regelrechte Schlacht beginnt: In den nächsten zwei Stunden bekommt so ziemlich jeder ein Schneebad verpasst, es wird viel gequietscht, gerannt, gerugelt. Der Rest des Tages wird mit Spielen, Lesen, Schlafen verbracht. Am Nachmittag findet sich ein Bau-Aktionsteam zusammen und innerhalb weniger Stunden entsteht eine fantastische Schneebar (mit Fackel-Haltern!!!). Die Geburtstagsbowle für Wolfgang kann stilgerecht eingenommen werden.
Danach ist man auch soweit, sich ins Faschingsgeschehen zu werfen - in der Hütten-Klamotten-Kiste finden sich wundersame Utensilien - vom Dirndl über die Mönchskutte bis zum ‚Halbseidenen'. Es wird geschwoft, die Ladies geben eine Macarena-Show, wir reiten um die Wette - es geht hoch her in Sepps guter Stube.
So gegen drei Uhr morgens wird noch ein letztes Mal das Lasso rausgeholt, ein Blick vor die Hüttentür bietet sternenklaren Himmel - das kann ja gut werden!
Tag 5, Aschermittwoch
Jawoll - wir haben es gewusst: es weckt uns ein strahlend blauer Himmel, keine Wolke in Sicht und wunderbarer Schnee soweit das Auge reicht! Da sind auch etwaige Katerge-fühle sofort vergessen. Die Herde drängt gewaltig nach draußen - einige klare Worte von den Leittieren sind schon notwendig, um uns im Zaum zu halten - aber schließlich dürfen wir hinaus! Hinterm Schneepflug her - ab zu einem ganzen Tag Ski-Brutal. Die Pisten sind sehr anspruchsvoll, aber wer kann dem Wetter widerstehen? Die Boarder bekommen einen Tiefschneekurs (gewalzte Piste ist sowieso recht spärlich vorhanden), einige lassen sich zum Carven verlocken.
Nach Lift-Schluss findet sich eine erschöpfte aber sehr glückliche Menge vor der Hütte ein, um noch die letzten Sonnenstrahlen bei einem Bier oder einer heißen Schokolade zu genießen. So haben wir es uns vorgestellt.
Tag 6, Donnerstag
Eigentlich ist für heute das mittlerweile traditionelle Rodeln angesagt - die Region brüs-tet sich schließlich mit der längsten Rodelbahn der Welt - satte 13 km. Aufgrund der bis-herigen Skifahr-Lage wurde aber mehrheitlich beschlossen, dieser Tradition mal aus-nahmsweise nicht zu folgen.
Aber, so was wie gestern gibt's halt nicht jeden Tag. Schon kurz nach dem Frühstück ziehen Wolken auf, doch wir finden Pisten vom feinsten vor. Alles ist bestens gewalzt und vorbereitet, heute ist für jeden gesorgt.
Und obwohl die Sicht am Nachmittag gegen null geht und es wieder heftig zu schneien beginnt, wird der Tag von vielen bis zur letzten Lift-Minute auf den Brettern ausgereizt. Und wieder - auch zur großen Freude von Sepp... - ist die Sauna gut besucht.
Der Tag geht mit dem legendären Kaiserschmarrn und Unmengen von Kaas-Nocken zu Ende. Wir denken: Null-Sicht-Fahrten, eingeschneit und Buckelpisten soweit das Auge reicht, jetzt kann nix mehr kommen. Nun, warten wir's ab...
Tag 7, Freitag
Abreisetag. Wie - schon fast eine Woche vorbei? Kaum zu glauben! Ein Blick aus dem Fenster zeigt zum einen graues Wetter, es taut und windet heftig, zum anderen steht Sepps Pistenbulli ‚aufgeklappt' vor der Scheune - es schwant uns Ungemach... Wie soll das ganze Gepäck zur Bergstation gelangen?
Beim Frühstück wird's bestätigt: der Bulli ist futsch. Und sogleich wird an Alternativplä-nen gearbeitet. Mit dem Einsatz diverser Ski-Doo's gelingt es schließlich, den Taschen-, Beutel-, Schlafsackberg aus der Hütte zu verfrachten - auch hier wieder mittels Hau-Ruck-Kette. Dann noch einmal eine kleine Abfahrt auf 10 cm Neuschnee zum Pfeiffer-köpfllift. Und als man damit über die Kante kommt versteht man, warum der so heißt: es pfeift als sei man in der Antarktis angekommen. Der Wind fegt wie verrückt, es gehen di-verse Kopfbedeckungen und beinah auch Skifahrer verloren, man ist froh von oben wegzukommen. Bei diesem Wetter fällt der Abschied wenigstens nicht allzu schwer.
Während die Unentwegten noch die Pisten bevölkern, haben sich einige doch für einen gemütlichen Abschluss entschieden - man shoppt, geht Kaffee trinken oder Pizza es-sen, oder einfach noch ein Ründchen spazieren. Das Gepäck ist in der Talstation gesta-pelt - es bleibt noch das Auto auszugraben (es hat ja ein wenig geschneit...), alles zu verstauen - und tschüss, wir sind auf dem Weg nach Hause.

Es war eine tolle Woche - vielleicht nicht ganz perfekt was das Skifahren angeht - aber voll ungewöhnlicher Ereignisse, lustigen Begegnungen, neuen Bekanntschaften. Und al-les BESTENS organisiert und betreut von Teresa und Wolfgang - der Schi-Verein Vai-hingen hat's halt drauf und klasse Leute drin!

Liggd Schnee aufm Glender, Ischs Wender
Liggds Glender im Schnee, Ischs hee. (Konfuzius??)

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